Bodenbeläge gegen Schall und Lärm

 
Eine Frau geht über einen Parkettboden mit Milieu-Teppich, der gegen Tritt- und Raumschall helfen soll. Überschrift: Bodenbeläge gegen Schall und Lärm - Tritt- und Raumschalldämmung

Jeder von uns kennt störenden Lärm innerhalb der eigenen vier Wände – ganz egal woher dieser stammt. Um den Lärmpegel in Ihrem Zuhause effektiv zu reduzieren, sollten Sie bei der Wahl Ihres Bodenbelags auf schalldämmende Eigenschaften achten.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Bodenbeläge Schall am besten absorbieren oder brechen, und wie Sie den Schallschutz verbessern können.

Trittschall versus Raumschall – Was ist der Unterschied?

Bezüglich Schall innerhalb von Räumlichkeiten kommt es grundsätzlich auf zwei Faktoren an: den Trittschall und den Raumschall.

Trittschall entsteht vor allem beim Laufen, Springen oder beim Umhergehen in einem Raum.

Trittschall kann in angrenzenden Räumen zu unangenehmem Pochen führen. Ein gutes Beispiel hierfür ist jener Schritt-Lärm, der von der Oberen Mietwohnung (Baujahr 1942 oder so) herkommt.

Raumschall hingegen entsteht durch Geräusche, die in einem Raum erzeugt werden innerhalb des Raumes selbst widerhallt.

In einigen Gebäuden mag dies wünschenswert sein – wie beispielsweise im Opernhaus – doch ist exzessiver Raumschall innerhalb der eigenen vier Wände langfristig eine grosse Belastung für Ihr Gehör.

Für ordentliche Ruhe Zuhause (und in angrenzenden Räumlichkeiten), lohnt es sich für Sie, sowohl Tritt- als auch Raumschall zu reduzieren.

In gewissen Räumen ist starker Raumschall erwünscht.

Doch wie? Im nächsten Abschnitt erklären wir Ihnen genau, welche Bodenbeläge wie und wie viel Schall schlucken.

Welche Bodenbeläge schlucken am meisten Schall?

Eine glatte, harte Oberfläche reflektiert Schall, während eine raue, poröse Fläche Schall absorbiert. In diesem Sinne ist – ganz kurz gesagt – Teppich das am besten geeignete Material, um Schall zu reduzieren.

Hotelzimmer haben nicht umsonst meist einen Teppichboden.

Aber warum? Teppiche und Teppichböden sind meist aus Materialien hergestellt, die Schall sowohl aufnehmen als auch reflektiert.

Teppichfasern sind klein, fein und bilden zusammen eine gewissermassen raue, leicht poröse Oberfläche.

Eine solche Oberfläche lässt einen Teil des Schalls hinein und wiederum einen Teil davon hindurch. Nur ein kleiner Teil des Schalls, welcher auf Teppich trifft, wird zurückgeworfen bzw. reflektiert.

Hinzu kommt, dass der reflektierte Schall sogar noch in tausende kleine Schnipsel gebrochen wird, bevor er zurückgeworfen wird. Dies liegt daran, dass Teppichfasern sehr fein und “chaotisch organisiert” liegen.

Reduziert ein Teppichboden also eher Trittschall oder Raumschall?

Die Antwort ist einfach: beides. Teppich ist der Einzige Bodenbelag, der sowohl Tritt- als auch Raumschall effektiv reduzieren kann.

Man kennt es; läuft man über einen Teppich, so hört man die eigenen Schritte kaum mehr. Je dicker und flauschiger der Teppich, desto weniger.

Flauschige Milieu-Teppiche sind hervorragend, um Raumschall zu dämmen und lokal Trittschall zu reduzieren.

Teppichfasern reduzieren erwiesenermassen den Aufprall beim Gehen. Sie hemmen somit die Ausbreitung von Schall innerhalb des Raumes (Raumschall) und jener, der vom Aufprall durch den Teppich und den Unterboden in angrenzenden Räume gelangt (Trittschall).

Ja, der Teppichboden trägt auch dazu bei, dass sich Schallwellen weniger gut durch den Boden ausbreiten können.

Ganz generell gilt: Je poröser und rauer die Oberfläche eines Bodens, desto weniger Schall wird in den Raum zurückgeworfen.

Teppich ist der unbestrittene König der Schallreduzierenden Bodenbeläge. Es gibt jedoch auch Alternativen – auch wenn diese deutlich weniger effektiv sind.

Der Zweitbeste schallhemmende Bodenbelag: Kork

Ein weiterer Bodenbelag mit guten schalldämmenden Eigenschaften ist Kork. Dieser natürliche, poröse Bodenbelag absorbiert Schall, und seine Elastizität sorgt für eine bessere Trittschalldämmung.

Kork ist weich und porös. Diese Eigenschaften begünstigen die Absorption von Schallwellen. Leider ist Kork dennoch deutlich härter, glatter und weniger Porös als Teppich. Er reflektiert demnach mehr Lärm ungebrochen zurück in den Raum. Bezüglich Raumschall-Reduktion ist ein Korkboden also sehr viel weniger wirksam.

Kork ist weich und porös.

Die trittschall-reduzierenden Eigenschaften eines Korkbodens sind äusserst günstig, hingegen. Kork-Material wird deshalb sogar oftmals als Trittschallschutz-Schicht unter anderen Bodenbelägen benutzt.

Ganz generell gilt: Je weicher und elastischer das Material des Bodenbelags, desto besser wird Trittschall reduziert. Je grösser dessen Masse, desto mehr wird Schall geschluckt und weniger hindurchgelassen.

Welcher Bodenbelag ist am besten für Schallschutz?

Wenn Sie den Schallschutz in Ihrem Haus verbessern möchten, sollten Sie sich für einen Bodenbelag entscheiden, der Schall effektiv absorbiert.

Raumschall wird effektiv reduziert durch:

  • Porosität des Boden-Materials und

  • Rauheit dessen Oberfläche.

Trittschall wird effektiv reduziert durch:

  • Weichheit & Elastizität des Bodenbelags und

  • dessen Masse resp. Gewicht pro Volumen.

Bodenbelag Raumschall-Red.* Trittschall-Red.* Empfehlung
Stein/Keramik Kaum Schlecht Ungeeignet für
Schallempfindliche
Laminat Kaum Gering Trittschall-Dämmung
und dichte Vorhänge
Linoleum Gering/kaum Durchschnittlich Milieu-Teppiche oder
dichte Vorhänge
Vinyl Gering/kaum Durchschnittlich Trittschall-Dämmung
und dichte Vorhänge
Parkett Gering Durchschnittlich Trittschall-Dämmung
oder Milieu-Teppich
Kautschuk Gering Gut/sehr gut Milieu-Teppiche oder
dichte Vorhänge
Kork Gering/gut Gut Milieu-Teppiche oder
dichte Vorhänge
Teppichboden Sehr gut Gut/sehr gut Kaum Massnahmen
erforderlich

*Sämtliche Angaben beruhen auf Erfahrungswerte durchschnittlicher Bodenbeläge. Diese Werte variieren je nach Dicke, Material und Oberflächen-Beschaffenheit des jeweiligen Bodenbelags.

Linoleum, Vinyl, Laminat oder Platten bieten diese Schalldämmung von selbst aus nicht und sind für Schall-Reduktions-Zwecke eher ungeeignet.

Gewisse Parkette halten sich im Mittelfeld auf - je nach Oberflächenbeschaffenheit und Stärke.

Dagegen haben Textilböden, wie Teppichböden, aber auch Milieu-Teppiche (wie jener unter der Polstergruppe, beispielsweise), hervorragende schallabsorbierende Eigenschaften.

Einigermassen gute Alternativen zu Teppich sind Kork- oder gewisse Kautschukbeläge.

Welcher Boden hemmt am besten Trittschall?

Wie in der obigen Liste schön ersichtlich, haben Bodenbeläge mit hohem Volumen, aber auch hoher Elastizität beste trittschalldämmende Qualitäten.

Kautschuk hemmt Trittschall effektiv.

Allen voran ist hier der Kautschukboden. Ein Bodenbelag aus Kautschuk ist schwer, jedoch äusserst elastisch und porös – so wie es sich für Gummi gehört.

Nicht umsonst werden heutzutage auch oftmals gummi-haltige Matten als Trittschalldämmung unter härtere Bodenbeläge, wie Parkett, verlegt.

Trittschalldämmung ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl des Bodenbelags.

Sogenannte Trittschalldämmungen oder -matten, die unter dem Bodenbelag verlegt werden, reduzieren den Trittschall und verhindern die Ausbreitung von Geräuschen zu anderen Räumen oder Wohnungen durch die Decke oder den Boden.

Allerdings sind heutige Beton-Estriche so dick, dass sie bereits einen guten Standard an Trittschalldämmung aufweisen. Häufig ist es demnach nicht nötig, eine zusätzliche Trittschalldämmung zu verwenden – bei modernen Gebäuden, notabene!

Bei älteren Gebäuden kann es schnell passieren, dass die Geräuschkulisse aus umliegenden Räumlichkeiten störend sein kann. Die Isolation ist mager und die Bauten sind oftmals aus Holz und haben viele Hohlräume, wo heutzutage Beton hinkäme.

In solchen Gebäuden kann es sehr sinnvoll sein, sogar eine Renovierung vorzunehmen, um möglichst effektiv Schall und Lärm zu reduzieren.

Übrigens, mehr zu Trittschalldämmungen beschreiben wir genaustens in unserem entsprechenden Artikel.

Was tun, wenn der Boden zu laut ist?

Sie haben es satt, ständig von Ihren Mietern zu hören, dass man die Nachbarn oben den ganzen Tag herummarschieren höre?

Oder möchten Sie nicht, dass man die Kinder im oberen Stockwerk Ihres Altbaus auch noch drei Stockwerke unterhalb bei Spielen hautnah (oder wohl eher ohr-nah) erleben muss?

Auch trotz Teppich wird man in den Räumen darunten springende Kinder hören können.

Ganz egal weshalb Ihnen Ihr Boden zu laut ist; die Lösung liegt bei einer Verbesserung der Trittschall-Übertragung. Doch wie kann man diese verbessern?

Um die Übertragung von Schall in darunter- oder danebenliegende Räume zu reduzieren, müssen Sie…

  1. …mehr Masse in Ihren Boden bringen,

  2. Ihren Bodenbelag weicher oder elastischer machen,

  3. Oder Ihren Boden entkoppeln.

Option 3 ist für die meisten Personen unsinnig, weshalb wir sie hier nicht thematisieren werden. Die Optionen 1 und 2 sind jedoch durchwegs valide.

1 Mehr Masse in den Boden bringen

Dies ist keine einfache Lösung, doch sie ist die effektivste. Um die Schallübertragung effektiv einzudämmen, muss Masse her. Dies gelingt Ihnen auf zwei Arten.

Entweder reissen Sie Ihren Bodenbelag heraus und verlegen einen neuen, schwereren Boden mit massiver Trittschall-Unterlage, oder Sie legen einen massiven Belag über Ihren bestehen Boden.

Kurz gesagt: Sei brauchen entweder einen neuen, besseren Boden (mit Trittschalldämmung), oder Sie müssen AUF Ihren bestehenden Boden einen neuen verlegen.

Letzter Variante ist nicht zu empfehlen, weshalb nur erstere als realistische Option bestehen bleibt.

2 Den Bodenbelag weicher oder elastischer machen

Sie können Ihren Bodenbelag nicht einfach weicher oder elastischer machen – das geht schlichtweg nicht. Was Sie aber tatsächlich tun können, ist, Ihren Boden mit weichen oder elastischen, schallschluckenden Materialien zu überdecken.

Beispielsweise kann es Sinn machen, über Ihren Bodenbelag einen Milieu-Teppich zu legen. Ideale Orte hierfür sind Lounge-Ecken oder Ess-Bereiche.

Teppiche sind – wie bereits besprochen – effiziente Schallfänger. Sie helfen bereits in “kleinen Mengen”, Schall zu reduzieren. Strategisch platzierte Milieu-Teppiche verändern die Ausbreitung von Raumschall und Trittschall erfahrungsgemäss erstaunlich stark.

Alternativ kann mit Gummi- oder Schaumstoff-Matten gegen Trittschall geholfen werden. Beispielsweise kann man in Trainings-Räumen oder Kinder-Spielzimmern Matten auslegen, um in darunterliegenden Räumen den Lärm zu reduzieren.

Milieu-Teppiche können bezüglich Raum- und Trittschall matchentscheidend sein.

Auch wenn diese Matten den Schall im Raum selber nicht reduzieren und zudem nicht zwingend hübsch aussehen, sind sie für die Reduktion von Trittschall äusserst hilfreich.

Das Wichtigste zu schallreduzierenden Bodenbelägen:

Um störenden Trittschall effektiv zu reduzieren, sollten folgende Eigenschaften des Bodenbelags beachtet werden:

  • Weichheit & Elastizität: Weiche und elastische Bodenbeläge wie Teppiche oder Kork absorbieren Schwingungen und verhindern so die Übertragung von Trittschall auf die darunterliegende Konstruktion.

  • Masse: Je höher die Masse des Bodenbelags pro Volumen, desto effektiver wird Trittschall gedämmt. Schwere Materialien wie Steinzeug oder Vinylböden mit Trittschalldämmung eignen sich daher besonders gut.

Für die effektive Reduzierung von Raumschall, der sich durch den Raum ausbreitet, spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Porosität: Poröse Materialien wie Akustikdecken oder Holzpaneele nehmen Schallwellen auf und verhindern deren ungehinderte Ausbreitung.

  • Rauheit: Rauhe Oberflächen wie Stoffbezüge oder strukturierte Wandverkleidungen streuen Schallwellen und reduzieren so den Nachhall im Raum.

Für optimalen Schallschutz ist es wichtig, sowohl Massnahmen zur Trittschall- als auch zur Raumschalldämmung zu ergreifen.

Wenn Sie sich für einen schalldämmenden Bodenbelag entscheiden, werden Ihre Räume ruhiger und Sie können ungestört arbeiten oder entspannen.

Teppiche, Kork oder auch Kautschuk gelten als die besten schallabsorbierenden Bodenbeläge. Dabei ist dicker, flauschiger Teppich der stärkste Schall-Fresser.

In jedem Fall ist ein schalldämmender Bodenbelag eine Investition in die Lebensqualität Ihres Hauses. Und wenn Sie keinen schall-optimierten Boden vollflächig verlegen lassen wollen, besteht glücklicherweise immer noch die Option eines Milieu-Teppichs – oder schlimmstenfalls Gummimatten.

 

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Sie möchten keine weiteren Neuigkeiten aus der Welt der Bodenbeläge und des Parketts verpassen? Dann melden Sie sich jetzt für unsere “Wissenswerte Artikel” an!

Und keine Sorge: Wir versenden ausschliesslich relevante Inhalte (neue Artikel und Podcast-Folgen) und keine lästigen Verkaufs-E-Mails.

 

Wie viel kostet ein Bodenleger im Raum Zürich?

 
Ryser Boeden Kosten Bodenleger Banner.png

“Viele Auswahlmöglichkeiten, hunderte Offerten und unzählige Unterschiede – wie kann man sich so für einen Bodenleger entscheiden? Na klar: anhand des Preises!”

So denken viele Kunden, wenn es um die Wahl eines Bodenlegers für ihr Projekt geht. Ja, der Preis spielt immer eine Rolle, aber man muss stets beachten: Man bekommt auch immer das, wofür man bezahlt hat.

Lernen Sie hier, worauf Sie bei der Wahl einer Bodenleger-Firma zu achten haben, damit Sie nie zu viel für einen Bodenleger-Service bezahlen müssen. Wir stellen Ihnen zu diesem Zweck folgenden Artikel vor: “Wie viel kostet ein Bodenleger im Raum Zürich?”.

Kurze Anmerkung: Im folgenden Artikel wird ausschliesslich von der maskulinen Form des “Bodenlegers” gesprochen. Wir schliessen damit die weibliche Form der “Bodenlegerin” kategorisch ein und verzichten einfachheitshalber auf die Doppelnennung “der/die BodenlegerIn”. Wir schätzen weibliche Bodenlegerinnen sehr und haben zur Zeit ein Anstellungsverhältnis zu einer jungen Dame im Betrieb.

Wie viel kostet ein Bodenleger pro Stunde?

Ein Bodenleger im Raum Zürich kostet pro Stunde zirka 60-100 Franken (Service-Zeit). Es gibt durchwegs Möglichkeiten, kostengünstigere Handwerker zu finden, doch hinterlassen solche nach der Dienstleistung meist einen bitteren Nachgeschmack. Mehr dazu nachfolgend.

Selbstverständlich existieren auch teurere Handwerker. Diese sind dann meist deutlich besser ausgebildet und haben des öfteren sogar Titel und Funktionen wie “Vorarbeiter” und “Meister” oder (inter-)nationale Auszeichnungen als Bodenleger-Experten.

Auch möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es sich in diesem Artikel nicht um die Preise von Parkett selbst handelt. Um den Artikel zu “Was kostet 1 Quadratmeter Parkett?” zu lesen, klicken Sie bitte auf den Button:

Wie setzt sich der Preis eines Bodenlegers zusammen?

Wie jeder Beruf, will auch der eines Bodenlegers gelernt sein. Der Job ist hart und erfordert einerseits viel Kraft und andererseits viel Präzision und Feingefühl.

Ein Boden kann schnell zu einem der teuersten Elemente eines Gebäudes werden, welches mit der Lebensdauer der Liegenschaft mithalten kann. Somit ist schnell zu erkennen, dass das oft sogar kunsthandwerkliche Geschick eines Bodenlegers seinen Preis haben kann.

Die Verlegung eines Parketts im Winkel-Verband ist in den Ecken besonders knifflig.

Die Verlegung eines Parketts im Winkel-Verband ist in den Ecken besonders knifflig.

Der Preis eines Bodenlegers hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Ausbildungsgrad – Hat der Bodenleger eine Lehre abgeschlossen, oder ist er Quereinsteiger oder sogar “Hobby-Leger”? Hat er Weiter- oder Zusatzausbildungen genossen? Etc.

  • Arbeitsverhältnis im Betrieb – Bodenleger, die länger in einem Betrieb angestellt sind, verdienen in der Regel mehr als bei Neuanstellung. Zudem steigt ihr Lohn (und somit die Durchschnitts-Kosten für den Kunden) mit der ihnen anvertrauten Verantwortlichkeiten.

  • Anstellung – Ist der Bodenleger bei einer Firma unter Vertrag oder ist er als “Freelancer” unterwegs? Aus Erfahrung, wissen wir, dass Bodenleger, die seit Jahren eine feste Anstellung geniessen, im Vergleich zu Kurz-, Temporär- oder Freelance-Arbeitern, fachlich deutlich besser abschneiden.

  • Betrieb – Bei welchem Unternehmen arbeitet der Bodenleger? Welchen Kundenstamm pflegt die Firma und wie sieht ihre Zielgruppe aus? Pflegt das Unternehmen einen bestimmt Ruf in der Branche? Welche zusätzlichen Kosten (Schäden, Mängel, Fehlverhalten, Garantieleistungen, Lagerkosten etc.) rechnet der Betrieb mit ein? Wie hoch sind die administrativen Aufwände? Findet eine Beratung in einem Showroom statt und wie wird ein solcher Service verrechnet?

  • Lohnvorstellungen – Dieser Aspekt spielt in jeder Branche eine Rolle. Wer sind die Handwerker und welche Vorstellungen haben Sie bezüglich Lohn? Gut situierte Arbeitnehmer verlangen für ihre Leistungen tendenziell mehr.

  • Branchenlohn – der durchschnittliche Branchenlohn von ca. 65000 Franken brutto pro Jahr gibt dabei einen Ausgangs-Wert für die Kosten pro Stunde Arbeit, die ein Bodenleger-Geschäft im Minimum pro Arbeiter verlangen muss.

Alle diese Faktoren beeinflussen den Endpreis für die Kundschaft. Ein junger, unausgebildeter Bodenleger (A), der seit 2 Monaten bei der fiktiven Zürcher Firma «LaminatQuick» zum Geringverdiener-Lohn arbeitet, kostet den Kunden allermeistens deutlich weniger als der Vorarbeiter (B), der bei der ebenfalls erfundenen Zürcher Firma «EdelParkett» seit Jahren teil des Geschäftes ist und sogar internationale Auszeichnungen für seine Werke erhalten hat. Letzterer (B) ist dabei erwartungsgemäss deutlich qualifizierter, wertvollere Bodenbeläge fachmännisch und (kunst-)handwerklich korrekt zu verlegen.

  • (A) verdient brutto pro Stunde 27.- CHF. «LaminatQuick» verrechnet dem Kunden 60.- CHF für seine Dienste. Effektive Arbeitszeit für 30m² Bodenbelag XY: 15 Stunden.

  • (B) verdient brutto pro Stunde 40.- CHF. «EdelParkett» verrechnet dem Kunden 100.- CHF für seine Dienste. Effektive Arbeitszeit für 30m² Bodenbelag XY: 10 Stunden.

Wie Sie sicher schnell erkannt haben, sind die Endkosten für die Arbeiten der beiden Firmen ähnlich: «LaminatQuick» verlangt 60.- x 15h = 900.- CHF und «EdelParkett» verlangt 100.- x 10h = 1000.- CHF für die Ausführung der Tätigkeit ihres Angestellten.

«LaminatQuick» benötigt zudem mehr Zeit (fast 3 Arbeitstage) als «Edelparkett» (nur 2 Arbeitstage) auf der Baustelle. Wir alle wissen, Zeit ist auf jeder Baustelle Mangelware. Effizienz ist somit äusserst wertgeschätzt.

Welche Firma die qualitativ bessere Arbeit verrichtet, war wohl auch zu erahnen. Weshalb wählen denn so viele Kunden «LaminatQuick» statt «Edelparkett»?

Kosten = Qualität

Die Tatsache, dass eine starke Korrelation zwischen Kosten für den Kunden und der Qualität der verrichteten Arbeit besteht, ist hierzulande wohl allen klar. Dies ist nämlich nicht nur in der Bodenleger-Branche der Fall.

Die hohen Preise in der Schweiz, insbesondere im Raum Zürich, sind in der Regel nicht ungerechtfertigt. Herr und Frau Schweizer schätzen Qualität und wenn einmal etwas den Erwartungen nicht entspricht, wird reklamiert – meist aus gutem Grund. Man hat ja schliesslich viel dafür bezahlt.

War man jedoch ein wenig “knauserig”, so darf man auch nicht so “pingelig” sein. Wie eingangs erwähnt: “Man bekommt immer das, wofür man bezahlt”.

Einer der wichtigsten Punkte der Parkett-Verlegung: Der Klebstoff. Dieser muss fachmännisch und gleichmässig verteilt sein.

Einer der wichtigsten Punkte der Parkett-Verlegung: Der Klebstoff. Dieser muss fachmännisch und gleichmässig verteilt sein.

So sieht Qualitätsarbeit eines Bodenlegers aus:

  • Sauberes Auftreten, Pünktlichkeit und Reinlichkeit am Arbeitsplatz

  • Liebe zum Detail und Genauigkeit bei der Arbeit

  • Sorgfalt im Umgang mit Ware und Werkzeug

  • Freundlichkeit und Offenheit gegenüber Kunden

So buchen Sie den richtigen Bodenleger - Tipps für den Kunden:

  • Eine Bodenleger-Firma, die etwas von sich hält, verlangt eine ordentliche Entlöhnung für ihren qualitativ hochwertigen Service.

  • Ein Bodenleger, der mit Ihnen klar kommuniziert und Ihnen ehrliche Antworten auf Ihre Fragen gibt, ist sein Geld wert. Sie erkennen schnell, wer etwas von seinem Fach versteht und bei wem nur heisse Luft und leere Worte heraussprudeln.

  • Die Kommunikation der Administration verrät viel über die Seriosität des Geschäftes.

  • Der Teufel liegt im Detail. Werfen Sie ein Augenmerk auf vergangene Projekte der Bodenleger-Firma.

  • Geheimtipp: Das digitale Auftreten der Gesellschaft und die damit verbundenen Aufwände und Kosten zeigen, dass die Arbeitsqualität auf der Baustelle hoch sein muss. Keine Firma investiert viel Geld und Ressourcen, wenn Sie später wegen versäumter Dienstleistungen Reklamationen oder Klagen am Hals hat – alles nur weil der Service den Versprechungen und Erwartungen nicht entsprochen hat.

Wie stellt sich die Offerte eines Bodenlegers zusammen?

Die Kosten eines Bodenlegers bestehen meist nicht nur aus den Kosten seiner Arbeitszeit. Normalerweise kommen auch Materialkosten, Anfahrts-Spesen und allenfalls weitere Punkte hinzu. Diese verrechnet ein professioneller Bodenleger in Form einer Offerte.

Eine Offerte besteht für gewöhnlich aus der Aufzählung und Summierung einzelner Kostenpunkte. Die Offerten verschiedener Bodenleger sehen stets unterschiedlich aus. Einige zerlegen die Angaben zur Darstellung der Kosten in Einzelteile, wo andere diese eher verpacken, um weniger Einsicht in die Preisgestaltung zu geben.

Gerne präsentieren wir in den folgenden Abschnitten den Aufbau einer gängigen Offerte:

 

Offerte für die Arbeiten von “BodenBeispiel”*

Auftraggeber: Fam. Schweizer [Exmplstr., Zürich] | Baubeginn: 01.01.2020 | Abschluss: 03.01.2020

Arbeitszeit: 12h à 80.- = 960.- CHF

Anfahrtskosten: 50km à 1.-/km = 50.- CHF

Materialkosten Bodenbelag XY: 30m2 à 90.- = 2700.- CHF

Übrige Materialkosten: 30m2 à 5.- = 150.- CHF

Total exkl. Mwst: 3860.- CHF

*Dieses Beispiel ist möglicherweise unvollständig. Teilweise fallen gewisse Posten weg und manchmal kommen einige dazu, wie beispielsweise Entsorgungskosten, Kost&Logie, Samstags-Zuschläge etc.

 

Wie Sie sehen, sind es nicht einmal die Kosten für die Arbeitszeit des Bodenlegers, die den Grossteil der Offerte ausmachen. Die Materialkosten des Bodenbelags machen meistens die Mehrheit der Summe aus (hier 69.9%) - die Servicezeit hingegen lediglich 24.9%.

Wenn man beachtet, dass im Normalfall die Bodenleger-Betriebe die identische Ware zu sehr ähnlichen Preisen verkaufen, lässt sich schnell auf folgendes schliessen:

Engagieren Sie einen Bodenleger, der Ihren gewünschten Bodenbelag so fachmännisch wie möglich verlegt. Wenn Sie eine so langfristige Investition von einem Profi installieren lassen, ersparen Sie sich viel zukünftige Mühe. Der besser ausgebildete Bodenleger ist zwar nominell teurer, jedoch in Relation zu den Gesamtauftrags-Kosten durchaus zu bevorzugen.

Wenden wir die Beispielofferte für Fam. Schweizer auf das Beispiel der beiden Bodenleger (A) und (B) der Zürcher Firmen «LaminatQuick» und «EdelParkett» an, so gelangen wir zu folgenden Erkenntnissen:

  • «LaminatQuick» verlangt für die Arbeitszeit 900.- und «EdelParkett» 1000.-

  • Die Material- und Anfahrtskosten sind auf der Offerten beider Firmen gleich

  • Endkosten: «LaminatQuick» 3800.- und «EdelParkett» 3900.-

  • «LaminatQuick» ist 2.56% (100.-) günstiger als der Kontrahent

Vorsicht bei diesen Szenarien!

Es gibt leider zu viele Situationen, in denen der Kunde Offerten diverser Bodenleger-Firmen einfordert und diese anschliessend stark divergieren. Wir stellen Ihnen darum gerne einige Beispiele vor, auf die Sie ein Augenmerk werfen müssen. Folgende Szenarien sind leider des öfteren zu sehen:

  • Starke Preisunterschiede in der Endabrechnung: Unterschiede über 15% sollten Fragen aufwerfen. Entweder ist die eine Firma viel zu teuer oder die andere viel zu günstig und verbirgt möglicherweise etwas.

  • Grosse Preisdifferenzen für das identische Produkt: Bodenleger beziehen Ihre Bodenbeläge in der Regel von Herstellern oder Händlern. Sie erhalten dabei meistens die gleichen Handwerker-Preise wie ihre Konkurrenz. Sollte ein Bodenleger für die “identische” Ware von Ihnen als Endkunden deutlich weniger Geld verlangen als alle anderen, müssen Sie stutzig werden.

  • Unklar oder schlecht verfasste AGBs: Die Geschäftsbedingungen in den Vertragsbestimmungen der Offerte lassen viele Rückschlüsse auf die Seriosität der Firma ziehen. Sprachlich minderwertige oder unvollständige Vertragsbestimmungen sollten Fragen aufwerfen.

  • Firmen, die Tiefstpreise versprechen: Bei Firmen, die Ihnen versprechen, dass Sie den Preis aller Konkurrenten unterbieten, sollten Sie sich stets fragen: “Wie können sie das finanziell verantworten? Wie machen sie dann überhaupt noch Profit? An welchen Ecken wird gespart? Wer übernimmt allfällige Garantiearbeiten, sollten diese Billig-Anbieter vor Ablauf der Garantie-Frist vom Markt verschwunden sein?”.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen, sich bei Ungewissheiten stets an folgende Leitformel zu erinnern: Kosten = Qualität. Dies gilt übrigens, wie in der Mathematik, auch umgekehrt; Qualität = Kosten.

Hier ein Stück Parkett als Treppenbelag (abgewinkelt und im Überhang perfekt abgerundet). So sieht Qualität aus.

Hier ein Stück Parkett als Treppenbelag (abgewinkelt und im Überhang perfekt abgerundet). So sieht Qualität aus.

Der Preis eines Bodenlegers in Kürze:

Der Preis eines Bodenlegers pro Stunde wird massgeblich von seiner Erfahrung, Ausbildung und seinem Marktwert bestimmt. Im Kanton Zürich sind deshalb Preise von 60-100 Schweizer Franken pro Stunde Arbeit die gängige Norm.

Übrigens, wie lange Parkettlegen in der Regel dauert, erfahren Sie in unserem entsprechenden Artikel. So können Sie Ihre allfällig zukünftigen Kosten grob abschätzen.

Solche Preise sollten in der Regel auf der Offerte des zum Bodenleger gehörenden Betriebs stehen. Zusätzlich zur Arbeitszeit kommen (in abnehmender Häufigkeit) auch noch folgende Kosten hinzu: Material-, Anfahrts-, Verwaltungs-, Werkzeug-, Fahrzeug- und sonstige Mehr-Kosten.

Die meisten dieser Kosten sind klar definiert und gekennzeichnet, gewisse können jedoch geschickt auf der Offerte vorbehalten werden. Augen auf!

FAQs für die Anstellung eines Bodenlegers

Kann ein Bodenleger auch zu teuer sein?

Ja... und nein. Ein Bodenleger ist dann zu teuer, wenn Sie ihn wegen seiner hohen Offerte nicht bezahlen wollen. Dieser Umstand ist aber eher von Ihrem Budget, statt von den Vorstellung des Fachmanns abhängig.

Sie dürfen davon ausgehen, dass ein Bodenleger, der mit transparenten Offerten seit Jahren seinen Lebensunterhalt verdient, sein Geld wert ist. Offenbar sind genügend Kunden von seinen Leistungen überzeugt, um ihn weiter zu empfehlen oder sogar mehrfach anzustellen.

Nichts desto trotz ist es für jedes Geschäft verständlich, wenn die Kundschaft wegen des Budgets die Konkurrenz bevorzugt.

Mein gewünschter Bodenleger ist mir zu teuer, was nun?

Auch Bodenleger sind Menschen – unfassbar! Mit ihnen lässt sich reden. Wenn Ihnen eine Offerte zu teuer ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Preis zu reduzieren.

Geheimtipp: Fragen Sie nach, ob Sie einen Rabatt erhalten, wenn Sie Bewertungen auf Internetportalen und Sozialen Medien verfassen.

Beim Beratungsgespräch haben Sie die Gelegenheit, sämtliche Themen zu besprechen.

Beim Beratungsgespräch haben Sie die Gelegenheit, sämtliche Themen zu besprechen.

Wie gross kann der Unterschied zwischen Offerte und Endkosten werden?

Offerten beruhen auf Schätzungen. Sie werden, unter Berücksichtigung vieler Faktoren, verbindlich erstellt. Einer der grössten Faktoren ist die Erfahrung des Betriebs, respektive des Offerten-Schreibers.

Wie bei jeder Schätzung, kann es vorkommen, dass eine Offerte nicht perfekt ist. In der Regel wird – welch Wunder – zu tief geschätzt. Leider kommt es selten vor, dass die effektiven Endkosten für den Kunden unter der Offerte liegen. Als Kunde darf man davon ausgehen, dass die effektiven Kosten höher sein werden als anfangs offeriert.

Es ist erlaubt, dass der Endbetrag um 10% von der Offerte abweichen darf. Bei ausserordentlichen Umständen, die nicht vorhersehbar waren, darf dieser Prozentsatz auch deutlich höher sein. Dies geschieht aber immer in Rücksprache mit dem Kunden.

Manchmal, besonders bei auffällig günstigen Offerten, werden Preisabweichungen und Mehrkosten vorbehalten. Wenn Sie diesen Ausdruck auf Ihrer Offerte finden, sollten bei Ihnen die Alarmlämpchen blinken. Wir raten Ihnen, in einem solchen Fall unverzüglich mit dem verantwortlichen Betrieb Kontakt aufzunehmen.

Preisabweichungen können in einer Offerte aus verschiedenen Gründen auftauchen. Beispielsweise dürfen anders qualifizierte Arbeiter (mit anderen Ansätzen) eingesetzt, die Kosten für das verwendete Material angepasst oder der Preis pro Kilometer Anfahrtsweg modifiziert werden.

Mehrkosten können ebenfalls verschiedenes beinhalten. Zum Beispiel können plötzlich Werkzeug-, Personal-, Material- oder sogar Fahrzeug-Kosten anfallen. Diese wurden auf der Offerte natürlich namentlich nicht erwähnt.

Bodenleger-Betriebe verwenden solche gesetzlichen Grauzonen normalerweise nicht. Es besteht dementsprechend wenig Grund zur Vorsicht. Dennoch, wie am Anfang dieses Artikels schon beschrieben, ist ein besonderes Augenmerk auf erstaunlich günstige Offerten zu werfen.


Hat Ihnen dieser Artikel zum Thema «Wie viel kostet ein Bodenleger im Raum Zürich?» gefallen? Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wir empfehlen zudem, unsere Artikel zu abonnieren, um stets up-to-date zu bleiben. Drücken Sie hierfür auf den blauen Knopf unten. Zuerst jedoch ein kleines Supplement, weil Sie so weit gelesen haben. Einer der wichtigsten Aussagen dieses Artikels – nur für Sie:

Die Materialkosten sind die einzigen Kosten einer Offerte, die für den Kunden eine angemessene Transparenz aufweisen und von Betrieb zu Betrieb nicht stark schwanken. Sämtliche andere Kosten werden durch wiederholtes Vertrauen langjähriger Kundschaft geschaffen. Die entworfene Gleichung (Qualität = Kosten) muss demnach leicht ergänzt werden:

QUALITÄT = VERTRAUEN = KOSTEN*

*Ist sowohl mathematisch als auch logisch umkehrbar. Bsp. Man bezahlt stets auch für das Vertrauen in die Qualität.